Was Eilik nicht kann

Was Eilik nicht kann

Was Eilik nicht kann

Warum dieser Artikel existiert

Jeder Shop schreibt auf, was ein Produkt kann. Die Liste dessen, was es nicht kann, muss man sich sonst aus Rezensionen zusammensuchen, meistens erst nach dem Kauf. Wir stellen sie voran. Alles hier ist aus dem Benutzerhandbuch V1.5 belegt oder als offene Frage gekennzeichnet.

Kein Internet, keine App, kein Konto

Eilik verbindet sich mit nichts. Es gibt keine WLAN-Kopplung, keine Handy-App und keine Anmeldung. Firmware-Updates lädt man sich über energizelab.com/download herunter und überträgt sie per USB-C-Kabel am PC.

Für die einen ist das der Kaufgrund: ein Gerät auf dem Schreibtisch, das nichts nach draußen schickt. Für die anderen ist es die Enttäuschung, weil sie sich etwas anderes vorgestellt haben. Wer regelmäßige Funktionsupdates ohne Kabel erwartet, wird sie nicht bekommen.

Beleg: Handbuch V1.5, S. 27

Er spricht nicht

Unter den 15 Funktionen im Handbuch steht keine Sprachausgabe. Eilik sagt keine Sätze, beantwortet keine Fragen und liest nichts vor. Was es gibt, ist ein Lautsprecher und eine Funktion namens Talking Toy, die Gesagtes aufnimmt und wiedergibt. Das ist Nachplappern, keine Sprache. Dance to Beat reagiert außerdem auf Klatschen.

Ein Mikrofon steht nicht in der Bauteilliste des Handbuchs, obwohl beide Funktionen offensichtlich Geräusche erfassen. Das Bauteil wird schlicht nicht benannt. Wir schreiben das so hin, statt uns eine Formulierung zurechtzulegen.

Belege: Handbuch V1.5, S. 2 (Bauteile), S. 3 und S. 8 (Funktionsübersicht), S. 10 (Dance to Beat), S. 11 (Talking Toy)

Er lernt nicht

Das Handbuch beschreibt eine Emotion Engine mit vier Zuständen: Happy, Normal, Upset, Angry. Ausgelöst werden sie durch Berührung an Kopf, Bauch oder Rücken oder durch einen Stoß gegen die Stirn. Auslöser rein, Zustand raus.

Von einem Gedächtnis, einem Nutzerprofil oder einem Verhalten, das sich über Wochen verändert, steht dort nichts. Wer Eilik am zwanzigsten Tag dieselbe Stelle antippt, bekommt dieselbe Mechanik wie am ersten. Die üblichen Sätze über einen Charakter, der mit der Zeit wächst, lesen sich gut und sind durch nichts gedeckt, was wir in der Hand haben. Deshalb stehen sie nicht auf unseren Produktseiten.

Beleg: Handbuch V1.5, S. 7

Keine Kamera

Die beschriftete Bauteilzeichnung zeigt Touch-Sensoren am Kopf, am Bauch und am Rücken, einen Vibrationssensor, ein Display, den Collar Button, einen Lautsprecher, den USB-C-Anschluss, einen magnetischen Pogo-Pin und einen Infrarotsensor an der Unterseite. Eine Kamera ist im gesamten Handbuch weder abgebildet noch erwähnt.

Der Infrarotsensor unten erkennt, dass das Gerät angehoben wird. Er sieht nichts, er misst Abstand.

Belege: Handbuch V1.5, S. 2, S. 26

Der Akku bleibt drin

Das Sicherheitskapitel ist an dieser Stelle eindeutig: Es handelt sich um einen Lithium-Akku, das Gehäuse darf nicht geöffnet werden, und der Akku ist nicht austauschbar. Zerlegen soll das Gerät nur Fachpersonal.

Das ist eine echte Einschränkung, keine Formalie. Wenn der Akku nach Jahren nachlässt, ist das kein Verschleißteil, das man wechselt. Dazu kommt ein zweiter Hinweis aus demselben Kapitel: hohe Helligkeit oder langes Laden können das OLED einbrennen. Wer beides dauerhaft ausreizt, verkürzt die Lebensdauer sichtbar.

Beleg: Handbuch V1.5, S. 30

Wie lange der Akku hält, wissen wir nicht

Das Handbuch nennt eine Ladezeit von 1 bis 1,5 Stunden an 5 V und 1 A. Eine Betriebsdauer nennt es an keiner Stelle. In vielen Shops steht „1,5 Stunden" als Akkulaufzeit. Das ist eine Verwechslung: Die Zahl bezeichnet das Laden, nicht das Spielen.

Wir haben beim Hersteller nachgefragt. Bis eine schriftliche Antwort vorliegt, bleibt die Frage hier unbeantwortet stehen.

Beleg: Handbuch V1.5, S. 4. Eine Laufzeitangabe fehlt im gesamten Dokument.

Weitere offene Punkte, die wir nicht überspielen

  • SD-Karte: Das Handbuch beschreibt, wie man sie formatiert, nennt aber keine Kapazität
  • Altersfreigabe: Im Handbuch steht keine, und wir erfinden keine
  • Deutsche Anleitung: Das Inhaltsverzeichnis führt Englisch, Japanisch, Koreanisch und Chinesisch, kein Deutsch
  • Herstellergarantie: 90 Tage, ausdrücklich nur für Käufe über offizielle Kanäle und nicht übertragbar

Belege: Handbuch V1.5, S. 29 (SD-Karte), S. II (Sprachen), S. 31 (Garantie). Eine Altersangabe fehlt im gesamten Dokument.

Was daraus folgt

Nichts davon ist ein Argument gegen das Gerät. Es ist ein Argument dafür, vorher zu wissen, was man bekommt. Ein Roboter, der auf Berührung reagiert und dabei offline bleibt, ist etwas anderes als ein sprechender Assistent. Wer das Erste will, ist hier richtig. Wer das Zweite sucht, spart sich mit diesem Artikel eine Rücksendung.

Sobald wir eine der offenen Fragen beantwortet bekommen, steht die Antwort hier. Auch dann, wenn sie uns nicht gefällt.

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